Die Tour nach Dieppe 17.- 20.10.2003
Mit den Fotos von James Paterno / Text von Markus Breyer

Freitag, 17.10.2003 - Erste Übernachtung in Soissons:

Nach langer endloser Fahrt kamen wir erst um 23.30 Uhr im Ort an
und haben „1st-Class“ im „Premium-Class“-Hotel eingecheckt.

„Premium-Class“ bedeutete zwar soviel wie „Gepflegtes Wohnklo
mit
kuscheliger Doppelschlafnische", aber egal, wie waren ja nicht
wegen der Gastronomie in Frankreich.
Mit Markus--------------...und James.
Samstag, 18.10.2003 - Von Soisson nach Lizy:

Da wir erst zu einem anderen und somit zum falschen Lizy unterwegs waren,
fing dieser Tag gleich richtig ( *#+&$% - zensiert ) gut an.

Aber egal – Sonne, blauer Himmel, wunderschöne Landschaft, schöne Straßen,
schöne Dörfer und Häuser. Wir haben dann gleich grob ins Auge gefasst,
nächstes Jahr mit unseren Spidern hinzufahren...

Auf dem Weg zum richtigen Lizy zur Firma SEFAP entdeckten wir natürlich
gleich die Schilder der französchen HYDRO-Aluminium-Niederlassung ganz
in der Nähe.
Bei SEFAP in Lizy:

SEFAP hat die Rechte und die Formen für den Bau der Helem-Karosse erworben
und baut diesen auf Kundenwunsch auch noch heute.

Allerdings nicht direkt auf dem originalen Spider-Rahmen von Hydro-Aluminium,
sondern auf einem eigens entwickelten Chassis, welches von der Fahrwerkstechnik
her eher auf einem Formel 3 aufbaut. Diese Rahmen werden auch nicht von Hydro,
sondern von ALCOR gefertigt.

James hatte mit Monsieur Denis Boulom von SEFAP eigentlich einen Termin
für die Probefahrt eines Helem-Spiders vereinbart. Der Helem-Spider eines Kunden
stand allerdings an der Rennstrecke in Magny-Cours und hätte dort zwar auch besichtigt, aber nicht probegefahren werden können.

Alternativ gab es dann eine Fahrt mit dem gelbem „SEFAP PF4 Spider“.
Die Probefahrt:

Der PF4 geht dermaßen ab und klebt dabei so auf der Straße, dass Du unsere Spider dagegen schlicht und einfach
wegschmeißen kannst... James und ich waren davon mehr als positiv beeindruckt.

Wir hatten beide während der Probefahrt, die wir jeweils einzeln zusammen mit Monsieur Boulom machten, eigentlich
nach den ersten Metern mit dem Leben abgeschlossen.

Monsieur B. fuhr mit uns mit diesem „Ding“ mit einer solchen Geschwindigkeit über enge Landstraßen und durch Kurven,
die James und ich uns in unseren Spidern allenfalls mit der Hälfte davon zutrauen würden !

James und ich kamen übereinstimmend zu dem Urteil, das Denis Boulom absolut wahnsinnig ist.

Daß Denis Boulom früher professionell Autorennen gefahren ist, erwähnte er nur so am Rand und Gott sei Dank
erfuhren wir das auch erst später.

Bei der Rückfahrt von dieser kleinen Probefahrt zu SEFAP durften wir dann jeweils selbst hinter dem Volant des PF4
Platz nehmen und zivilere Geschwindigkeiten fahren. Damit kamen wir und unsere Adrenalinspiegel dann auch wesentlich
besser zurecht...

Fazit: Rein von den Fahrleistungen her ist „das Ding“ wirklich aus einer anderen Welt.

Was diesen Eindruck bei mir und James allerdings massiv geschmälert hat ist die Tatsache, dass die Firma SEFAP
dort in Lizy für uns einen eher unprofessionellen Auftritt hingelegt hat:

Weder Monsieur Boulom noch sein Kollege sprachen Englisch oder Deutsch, eine Verständigung war sehr schwierig.
Angeblich handelt es sich dort nur um einen Verkaufsraum und um die Prototypenfertigung.

Der von uns gefahrene PF4 ging zwar höllisch, aber wenn man sich die Fertigungsqualität dieses Prototypen
angesehen hat – dagegen sind unsere Spider die reinsten Maybach´s.

Die Serienfertigung für Kundenaufträge soll dann irgendwo in Luxemburg sein, dort würden die Autos auch
auf einem wesentlich höheren Qualitätsniveau für den Kunden gebaut.

Falls man einen Helem-Spider oder so einen PF4 kaufen möchte, sind bei Auftragsunterzeichung 10.000.-¤
Anzahlung zu leisten.

Das erscheint zwar legitim, allerdings hatte SEFAP auf mich dort in Lizy keinen sehr solventen Eindruck gemacht.

Evtl. werden wir uns nächstes Jahr mal die Fertigung in Luxemburg ansehen, um unser Bild zu revidieren.

Die Anreise erfolgt natürlich stilsicher per Spider, versteht sich von selbst....
Sonntag, 19.10.2003 - Ankunft im schönen Dieppe:

Dieppe abgesucht und endlich gefunden... First Contact - Das Alpine-Werk !

Trotz Sonntag Nachmittag haben wir die diversen Objekte der Begierde schon
mal durch den Zaun fotografiert – wer weiß, wann hier wieder so wenig los ist !

Das RenaultSport-Werk ist eine Ecke weiter nicht direkt bei Alpine, hier gibt es
mit ein etwas Glück noch ein paar Ersatzteile für den Spider.

Konnte James jetzt kaum noch Aufhalten !
Montag, 20.10.2003 - Bei RenaultSport:

Die ersten Spider wurden leider nicht live, dafür direkt auf diversen Hochglanzfotos
an den Wänden bei RenaultSport gefunden.

Mit dabei: Ein silberner Spider mit Windabweiser ( Offizielle Stückzahl: 2 ).

Ein weiterer Werksfund: Ein
Clio V6 in der Sonderlackierung „Sport-Grau“.

Sieht Super aus, wird aber leider ein Einzelstück bleiben, da diese Farbe
vom Renault-Vorstand abgelehnt wurde... Schade !

Auf dem Werksgelände fanden wir dann später einige CupClio V6 Rohkarossen
beige und grau grundiert – mit leichten ?Standschäden? und wahrscheinlich
ohne Garantie gg. Durchrostung.

Beige Grundierung verwendet man, wenn nachher z.B. Gelb, Rot oder Blau
lackiert wird. Die graue Grundierung ist für die silbernen Versionen vorgesehen.

Der Lackierer kann mit der falschen Grundierung nachher mischen wie er will,
er wird den richtigen Farbton nie hinbekommen.

Dies ist auch wichtig für Spider-Besitzer, die sich ein neues Karosserieteil bestellen !
Mittagessen in Dieppe:

A 610 mit CUP-Felgen des Spiders vor einem Fischrestaurant im Hafen.

Das falsche Auto, aber mit den richtigen Felgen – Zum Glück hatte James gerade
keinen Schraubenschlüssel dabei...
Zurück im Alpine-Werk:

In Showroom am Empfang: Das dürfte so ziemlich der letzte Spider sein, der gebaut wurde.

Der Kenner sieht das sofort mit einem Blick auf die Lenksäulenverkleidung. Hier findet man ein mit Loch
für den Scheibenwischerhebel, welche eigentlich an einem Windabweiser-Spider nicht so viel verloren hat.

Der Spider ist übrigens angemeldet.
Und so verschmutzt, wie er in den Radhäusern war, wird er auch regelmäßig bewegt.

Leider haben wir vergessen auf die Plaque-Ovale zu sehen, welche Seriennummer der Spider denn nun hat,
aber das holen wir nächstes Jahr nach - Versprochen !
Die Highlights
der Werksführung:

Ein Fliessband !

Die Einführung war nach
den Werksferien im Alpine-Werk
August 2003.

Der Spider und die Alpine
sind ja noch in reiner Handarbeit
produziert
worden.



Das waren noch Zeiten !
Ein ungewöhnlicher Fund in den Werkshallen: Ein Clio in Spider-Gelb.
Hierzu der ungekürzte Dialog mit der Werksführung:

Markus B. :
„Was ist, wenn ich meinen Clio in einer anderen Farbe haben möchte?“

Monsieur J. :
?Nein, geht leider nicht.
Wir haben strikte Vorgaben von der Renault-Geschäftsführung, nur in
den vom Vorstand abgesegneten Farben Rot, Silber und Blau zu lackieren.
Alle anderen Farben entsprechen nicht dem Firmen- und Modell-Leitbild.“

Markus B. :
„Aha. Schade. Ohh...?! Warum ist denn dann dieser Clio dahinten
in dem Sport-Gelb des Spiders lackiert?“

Monsieur J. :
„Ja, äh, öh, äh, ich weiß auch nicht so genau, keine Ahnung. Sie entschuldigen
mich kurz, ich muß unbedingt mal dringend telefonieren.....“

Markus B.: .....


Ein weiterer Fund: Ein Lutetia ? – Genau ! So heißt der Clio auf japanisch.


Und dann noch zum Schluss der ultimative Schock bei RenaultSport:

Die letzten Spider-Hauptrahmen, dies noch gibt:
6x in der Linkslenkerversion - 1x als Rechtslenker

Markus Breyer rät: „Fahren Sie vorsichtig“ ...denn wenn die aufgebraucht sind,
dann wird´s zappenduster.

Zappenduster wurde es dann auch bei den Fotos, dann war nämlich James´s
Digicam-Akku endgültig leer...


Aber: We´ll be back !
Die Lösung des gelben Clio:
Ein Clio-Cup für die Saison 2004.

Auch kein V6 - hat ja keine
dicke Backen in den Kotflügeln !
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